Übersetzt heißt Ayurveda – Wissen vom Leben.
Schlüssel zum Verständnis der jahrtausende alten indischen Volksmedizin ist die Lehre von den drei Doshas. Der Ayurveda ordnet den Menschen drei verschiedene Konstitutionstypen zu, die anhand der Charaktereigenschaften, dem Wesen und den körperlichen Merkmalen eines Menschen ermittelt werden können.
Jeder Mensch ist zwar aus denselben “Grundstoffen“ zusammengesetzt, doch ist diese Zusammenstellung bei jedem Einzelnen von uns anders. Im Ayurveda heißt das, dass jeder Mensch eine andere Konstitution besitzt. Aus diesem Grund reagiert auch jeder Mensch anders auf bestimmte Elemente oder äußere Einflüsse. Vereinfacht gesagt, sieht dies so aus: Die Elemente verbinden sich zu Paaren und formen so insgesamt drei Doshas .
Diese Doshas stehen für Regelkreise oder Grundprinzipien, die die verschiedenen Erscheinungstypen der Menschen sowohl im gesunden als auch im kranken Zustand prägen und alle körperlichen und seelischen Vorgänge steuern. Die Doshas selber bleiben dabei unsichtbar, sie zeigen sich nur in körperlichen und geistigen Merkmalen beim Menschen. Denn die Doshas sind in jeder einzelnen Körperzelle des Organismus vorhanden und wirken sich hier genauso wie in der Psyche des Menschen aus. Bei jedem Menschen stehen die drei Doshas seit dem Moment seiner Entstehung im Mutterleib in einem bestimmten und einzigartigen Verhältnis zueinander.
So besitzt jeder von uns von Geburt an seine eigene, unverwechselbare Natur mit unterschiedlichen Bedürfnissen und Vorlieben, beispielsweise für bestimmte Nahrungsmittel oder klimatische Bedingungen. Ebenso regeneriert sich jeder Körper auf verschiedene Art und Weise, ist unterschiedlich aktiv beim Aufbau von Körpergewebe und arbeitet auf verschiedenste Arten bei der Entgiftung und Entschlackung über das Verdauungssystem. Auch emotional ist jeder Mensch anders “gestrickt“, verhält sich seiner Umwelt gegenüber eher extrovertiert oder ist schüchtern, hat diese oder jene gefühlsmäßige Ausstattung bzw. angenehme oder sozial unverträgliche Charaktereigenschaften.
Trotzdem ist der Konstitutionstyp „nicht“ als schicksalhafte Größe zu verstehen, der Sein und Handeln auf Erden regelt. Das Wissen über die individuelle Konstitution kann dabei helfen, ganz gezielt die Gesundheit zu stärken und damit das Wohlbefinden zu fördern. Wir erfahren durch das Wissen um unsere Konstitution, worin unsere besonderen körperlichen oder seelischen Stärken liegen, aber auch wo unsere Schwachpunkte sind und wo wir helfend oder stärkend eingreifen können.
Es bedarf einer gesunden Balance der Grundprinzipien Kapha, Pitta und Vata, um sich in ein inneres und äußeres Gleichgewicht zu bringen.
Die Doshas oder Grundprinzipien Kapha, Pitta und Vata stellen für die ayurvedische Medizin wichtige Grundlagen dar. Im Altdeutschen kennen wir den Begriff “Körpersäfte“, der mit dem der Doshas vergleichbar ist. Ziel ist es, die Doshas ins Gleichgewicht zu bringen bzw. es zu erhalten. Denn bei Beschwerden oder Krankheiten sind es Kapha, Pitta und Vata, die in Disharmonie geraten sind. Sind die Doshas bei einem Menschen im Gleichgewicht, so ist dieses nicht starr und unveränderlich. Es kann sich jederzeit verändern, ganz davon abhängig, auf welche Weise wir unser Leben gestalten. Jeder Mensch kann im Alltag ohne großen Aufwand dafür sorgen, dass seine Doshas im Gleichklang bleiben.
Eine sehr angenehme Methode, zu einer gelasseneren Grundhaltung zu gelangen, ist eine wohltuende ayurvedische Ganzkörpermassage mit warmem Öl, die Abhyanga.