Autogenes Training ist eine Methode der Selbstentspannung. Das lese ich so oft, aber was genau bedeutet das?
Auto bedeutet Selbst und Gen bedeutet Entstehen. Autogenes Training kann als eine im Selbst, d.h. in der Person des Übenden entstehendes Entspannungstraining verstanden werden. Die entstehende Entspannung bedeutet also nicht, dass von einer anderen Person her etwas suggeriert oder eingegeben wird, sondern dass die angestrebten Entspannungszustände durch eigenes Üben hervorgerufen werden.
Erklärungen und Anleitungen sind natürlich notwendig, das eigentliche Trainieren ist die Aufgabe des Übenden.
Im autogenen Training lernen Sie Selbstentspannung.
Sie können Ihre autosuggestiven Fähigkeiten gleich einmal ausprobieren:
Stellen Sie sich ganz intensiv und bildlich vor, dass Sie eine Zitrone aufschneiden, zum Mund führen und hineinbeißen ...
Und? Ist Ihnen das Wasser im Mund zusammengelaufen oder haben Sie sich schütteln müssen bei dem Gedanken an die Säure der Zitrone?
An diesen kleinen Beispielen können Sie sehr deutlich erkennen, welche körperlichen und seelischen Veränderungen kraft unserer Vorstellungen möglich sind. Diese suggestiven Fähigkeiten des Menschen werden im autogenen Training auf eine nachprüfbare Grundlage gestellt und systematisch angewendet. Empfindungen, die beim autogenen Training wahrgenommen werden, können jeweils mit Vorgängen im Organismus erklärt werden. Die Übungen des autogenen Trainings beziehen sich auf Zustandsänderungen in unserem Körper. Wenn wir uns die Wärmeübung anschauen, ist zunächst einmal die Autosuggestion nötig, um das Einfühlen in den Körperteil zu ermöglichen.
Die Fähigkeit, wohltuende körperliche Empfindungen wahrzunehmen, ist uns heute weitgehend verlorengegangen. Wir achten nur noch auf Körperfunktionen, wenn diese irgendwie gestört sind oder nicht so ablaufen, wie wir es gewohnt sind. Wir achten also nur auf negative Körpersignale.
Im autogenen Training lernen wir, unseren Körper im positiven Sinne zu erspüren.