Das als Katathymes Bilderleben bekanntgewordene Verfahren wurde von Hanscarl Leuner (geb. 1919) auf psychoanalytischer Grundlage entwickelt.
Das katathyme Bildererleben, auch "Symboldrama" genannt, geht davon aus, dass Bilder und Vorstellungen, die während des Tages in unseren Gedanken ablaufen, unbewusste Konflikte und Gefühle widerspiegeln. Das ist bei Tagträumen genau so, wie bei Nachtträumen.Tagträume bleiben meistens im Unterbewusstsein.
Beim katathymen oder gefühlsmäßigen Bilderleben wird versucht, bewusst Tagträume hervorzurufen, die unter einem bestimmten Thema stehen. Die dabei entstehenden Bilder werden dann gedeutet. Oft entschlüsseln Klienten aber die Symbolik der Bilder auch ganz allein. Damit sich aber innere Einstellungen verändern können, ist das Gespräch notwendig.
Imaginationen haben eine beruhigende, seelisch entlastende Wirkung. Während der Imagination entspannt sich der Körper und gelangt zur Ruhe. Stresshormone werden abgebaut und der Blutdruck sinkt. Der Klient baut Spannungen ab und verbindet sich mit stärkenden inneren Kräften. Gefühle aus einer ganz anderen Zeit können wieder erlebt und im Nachgespräch neu bewertet werden. Es geht darum, alte Themen und damit verbundene Gefühls- und Verhaltensmuster zu wandeln, um vergangene Erfahrungen anders als bisher begegnen zu können.
In Problemlagen geht oft der Überblick verloren. Der Blick aus der Adlerperspektive führt im allgemeinen zu neuen Einsichten. Im katathymen Bild kann der Rundblick vom Berg (das katathyme Panorama) Wunder wirken. Unnötige Verstrickungen werden erkannt.
Genutzt wird das katathyme Bilderleben, oft auch Bilderreise genannt, sowohl in Lebenskrisen als auch als entspannender Effekt.